Internationale Prüfungsordnung         Klasse 3 (IPO) 


Abteilung A: Leistungen in der Fährtenarbeit

Höchstpunktzahl 100
Hörzeichen «Such»

Halten der Fährte

80 Punkte

Gegenstände (7 + 7 + 6)

20 Punkte

Verlorensuche auf einer etwa 800 Schritt langen, mindestens 60 Minuten alten Fremdfährte mit drei Gegenständen. Die Fremdfährte enthält vier rechte Winkel. Der PR bestimmt unter Anpassung an das vorhandene Fährtengelände den Verlauf der Fährte. Die Fährten müssen verschieden gelegt werden. Es darf nicht sein, dass zum Beispiel bei jeder Fährte die einzelnen Winkel und Gegenstände in der gleichen Entfernung bzw. in gleichen Abständen liegen. Die Abgangsstelle der Fährte muss gut gekennzeichnet sein durch ein Schild, welches links von der Abgangsstelle in den Boden gesteckt wird. Nachdem der Fährtenleger am Abgang der Fährte einige Zeit verweilt hat, geht er den vorgeschriebenen Weg und legt den ersten Gegenstand nach etwa 100 Schritt, den zweiten Gegenstand in der Mitte des zweiten oder dritten Schenkels ab, ohne seine Gangart zu unterbrechen. Der dritte Gegenstand wird am Schluss der Fährte abgelegt. Nach dem Ablegen des letzten Gegenstandes entfernt sich der Fährtenleger zunächst noch einige Schritte in gerader Richtung, um dann abseits der Fährte zurückzukommen. Der HF kann die Fährte von seinem Hund frei oder an der zehn Meter langen Fährtenleine ausarbeiten lassen. Beide Arten werden gleich bewertet. Ist innerhalb von 20 Minuten nach dem Ansatz an der Abgangsstelle das Ende der Fährte nicht erreicht, erfolgt Abbruch der Arbeit durch den PR.

Ausführungsbestimmungen  

Der Fährtenleger hat vor dem Legen der Fährte dem PR oder Fährtenverantwortlichen die Gegenstände zu zeigen. Es dürfen vom Fährtenleger nur gut verwitterte Gebrauchsgegenstände benutzt werden, die er mindestens 30 Minuten vorher in der Tasche trug und eine Länge von 10 cm, eine Breite von 2 - 3 cm und eine Dicke von 0,5-1 cm haben. Alle Gegenstände sind mit Nummern zu versehen, und zwar so, dass die Nummern der Startpfähle mit den Nummern der Gegenstände übereinstimmen. Während des Legens der Fährte müssen sich HF und Hund in Deckung aufhalten. Der Fährtengeruch soll beim Ablegen eines Gegenstandes möglichst nicht verändert werden. Der Fährtenleger darf nicht scharren oder stehen bleiben. Die Gegenstände sollen nicht neben, sondern auf die Fährte gelegt werden. Der HF bereitet seinen Hund inzwischen zur Fährtenarbeit vor. Nach Aufruf meldet er sich mit seinem Hund beim PR und gibt an, ob sein Hund die Gegenstände aufnimmt oder verweist. Beides zusammen, also Aufnehmen und Verweisen, ist fehlerhaft. Auf Anweisung des PR wird der Hund langsam und ruhig zur Abgangsstelle geführt und angesetzt. Vor der Fährtenarbeit, während des Ansetzens und der ganzen Fährtenarbeit ist jeglicher Zwang zu vermeiden. Beim Ansetzen ist dem Hund genügend Zeit zur Witterungsnahme zu geben. Es muss alles vermieden werden, was in dem Hund den Drang zum Vorwärtsstürmen erweckt. Der Hund hat ruhig mit tiefer Nase Witterung zu nehmen. Sobald der Hund zu fährten beginnt, bleibt der HF stehen und lässt bei Leinensuche die zehn Meter lange Fährtenleine durch die Hand gleiten. Er folgt seinem Hund und hat den Abstand von etwa 10 Metern auch bei der Freisuche beizubehalten. Die Fährtenleine darf, wenn sie vom HF nicht aus der Hand gelassen wird, durchhängen.

Sobald der Hund einen Gegenstand gefunden hat, muss er ihn ohne Einwirkung des HF sofort aufnehmen oder über- zeugend verweisen. Er kann beim Aufnehmen stehen bleiben, sich setzen oder auch zum HF kommen. Jegliches Vorgehen mit dem Gegenstand oder Aufnehmen im Liegen ist fehlerhaft. Das Verweisen kann liegend, sitzend oder stehend geschehen. Der HF lässt die Fährtenleine fallen und begibt sich sofort zu seinem Hund. Durch Hochheben des Gegenstandes zeigt er an, dass der Hund gefunden hat. Hierauf setzt der HF mit seinem Hund die Fährtenarbeit fort. Nach Beendigung der Fährtenarbeit sind die gefundenen Gegenstände dem amtierenden PR vorzuzeigen. Es ist statthaft, dass der HF zum Hund tritt, der den Gegenstand aufgenommen hat. Fehlerhaft ist das Weiterlaufen des Hundes mit dem Gegenstand. Die Fährtenleine muss am Brustsuchgeschirr oder Böttchergeschirr, oder, wenn kein solches verwendet wird, am Hals- band befestigt werden. Die Freisuche bleibt vorbehalten. Die Verwendung von Zusatzriemen ist nicht gestattet. Das Führen der Fährtenleine ist dem HF freigestellt. Das Beriechen der Anzeigetafel ist nicht fehlerhaft. Kommt der HF mehr als maximale Leinenlänge von der Fährte ab, erfolgt Abbruch. Verlässt der Hund die Fährte und wird vom HF zurückgehalten, wird der HF vom PR aufgefordert nachzugehen; im Wiederholungsfall erfolgt Abbruch.  

Bewertung

Fehlerhaftes Ansetzen, Faseln, häufiges Kreisen an den Winkeln, dauernde Aufmunterungen, unsauberes Aufneh- men oder Verweisen oder Fallenlassen des Gegenstandes werden mit Punktabstrich bis zu 4 Punkten geahndet. Wie- derholtes Ansetzen, starkes Faseln, Fährten mit vorwiegend hoher Nase, stürmisches Fährten, Entleeren, Mäuse- fangen und ähnliches bewirken Abstriche bis zu 8 Punkten. Für falsch aufgenommene bzw. falsch verwiesene Gegenstände können bis 4 Punkte abgezogen werden. Für den nicht gefundenen 1. und 2. Gegenstand werden jeweils 7 Punkte, für den nicht gefundenen 3. Gegenstand 6 Punkte abgezogen.
Beim Aufnehmen oder Verweisen nicht vom Fährtenleger ausgelegter Gegenstände werden 4 Punkte abgezogen.

Abteilung B: Unterordnungsleistungen

 Höchstpunktzahl 100  

Jede Einzelübung beginnt und endet mit der Grundstellung. Der PR gibt die Anweisung zu Beginn einer Übung. Alles weitere wie Wendungen, Halt, Wechsel der Gangart usw. wird ohne Anweisung des PR ausgeführt. Es ist jedoch dem HF gestattet, diese Anweisungen vom PR zu erfragen. Der Übergang vom Laufschritt zum Langsamschritt muss Zwischenschritte im Normalschritt gezeigt werden. Die Linkskehrtwendungen sind auf zwei Arten gestattet. Das Anhalten muss gemäss IPO-Schema gezeigt werden. Die Übungen 2 und 3 bzw. 4 und 5 müssen nacheinander auf je einer Geraden gezeigt werden (nicht zurück in Grundstellung). Zu den Übungen 6 und 7 müssen die sich auf dem Platz befindlichen Bringhölzer verwendet werden. Beim Abrufen des Hundes aus der «Front-» in die «Fußstellung» kann der Hund in den betreffend Übungen die Sitzposition direkt oder nahe um den HF herum einnehmen.

Zu den Übungen 6 und 7 müssen die sich auf dem Platz befindlichen Bringhölzer verwendet werden. Beim Abrufen des Hundes aus der «Front-» in die «Fußstellung» kann der Hund in den betreffend Übungen die Sitzposition direkt oder nahe um den HF herum einnehmen.

1. Freifolgen (10 Punkte)
Hörzeichen «Fuß»

Der HF meldet sich beim PR mit freifolgendem Hund. Die Führleine darf für den Hund nicht sichtbar sein. Von der Grundstellung aus hat der Hund dem HF auf das Hörzeichen «Fuß» freudig zu folgen. Zu Beginn der Übung hat der HF mit seinem Hund 40 bis 50 Schritt geradeaus zu gehen, ohne zu halten, eine Kehrtwendung zu machen und nach 10 bis 15 Schritt den Laufschritt und den langsamen Schritt zu zeigen, mindestens jeweils 10 Schritt. Im gewöhnlichen Schritt sind dann mindestens eine Rechts-, Links- und Kehrtwendung auszuführen. Die Kehrtwendung ist vom HF als Linkskehrtwendung zu zeigen. Der Hund hat stets mit dem Schulterblatt in Kniehöhe an der linken Seite des HF zu bleiben und darf nicht vor, nach oder seitlich laufen. Nur beim Angehen und beim Wechseln der Gangart ist dem HF das Hörzeichen «Fuß» gestattet. Bleibt der HF stehen, hat der Hund sich schnell ohne Einwirkung des HF zu setzen. Der HF darf hierbei seine Grundstellung nicht verändern und insbesondere nicht an den evtl. abseits sitzenden Hund heran- treten. Auf Anweisung des PR geht der HF mit seinem Hund durch eine Gruppe von mindestens vier Personen. Der HF hat in der Gruppe mindestens einmal zu halten. Die Gruppe bewegt sich durcheinander. Zurückbleiben, Vordrängen, seitliches Abweichen des Hundes sowie zögerndes Verharren des HF bei den Wendungen sind fehlerhaft. Während der HF mit dem Hund die Übung «Freifolgen» ausführt(nicht aber beim Gehen durch die Gruppe), sind zwei Schüsse (Kaliber 6 - 9 mm) abzugeben. Der Hund hat sich schussgleichgültig zu verhalten. Zeigt sich der Hund schussscheu, scheidet er sofort von der Prüfung aus; zeigt der Hund auf den Schuss Angriffslust, so ist dies bedingt fehlerhaft, sofern er noch in der Hand des HF steht. Volle Punktzahl kann nur der schussgleichgültige Hund erhalten.

 

Ausführungsbestimmungen

Auf Schussgleichgültigkeit muss besonderer Wert gelegt werden. Die Abgabe von Schüssen erfolgt aus einer Entfer- nung von 15 Schritt. Es werden zwei Schüsse im Abstand von etwa 5 Sekunden abgegeben. Läuft ein Hund auf den Schuss weg, ist er von der weiteren Prüfung unbedingt auszuschließen. Glaubt der PR bei einem Hund Schuss- empfindlichkeit zu erkennen, steht es ihm frei, ihn durch Abgabe weiterer Schüsse zu erproben. Die Prüfung auf Schussgleichgültigkeit ist nur bei den Übungen «Freifolgen» und «Ablegen unter Ablenkungen» vorzunehmen.  

2. Sitz aus der Bewegung (5 Punkte)
Hörzeichen «Sitz»  

Von der Grundstellung aus geht der HF mit seinem frei bei Fuß folgenden Hund geradeaus. Nach mindestens 10 Schritt hat sich der Hund auf das Hörzeichen «Sitz» schnell hinzusetzen, ohne dass der HF seine Gangart unterbricht oder sich umsieht. Nach weiteren 30 Schritt bleibt der HF stehen und dreht sich sofort zu seinem Hund um. Auf Anweisung des PR geht der HF zu seinem Hund zurück und nimmt an dessen rechter Seite Grundstellung ein. Wenn der Hund, anstatt zu sitzen, sich legt oder stehen bleibt, werden hierfür bis zu 3 Punkte abgezogen.  

3. Ablegen in Verbindung mit Herankommen (10 Punkte)
Hörzeichen «Platz», «Hier», «Fuß»

Von der Grundstellung aus geht der HF 10 Schritt geradeaus und geht dann in Laufschritt über. Nach weiteren mindestens 10 Schritt hat sich der Hund auf das Hörzeichen «Platz» schnell hinzulegen, ohne dass der HF seinen Lauf unterbricht. Der HF läuft, ohne sich umzusehen, noch etwa 30 Schritt geradeaus, dreht sich sofort dem Hund zu und ruft nach einer kurzen Pause auf Anordnung des PR den Hund heran. Der Hund muss freudig in schneller Gangart kommen und sich dicht vor seinen HF setzen. Auf das Hörzeichen «Fuß» hat sich der Hund schnell neben seinen HF zu setzen. Sitzt der Hund nach dem Hörzeichen «Platz» oder bleibt er stehen, werden hierfür bis 5 Punkte abgezogen.  

4. Stehen bleiben aus dem Schritt (5 Punkte)
 Hörzeichen «Steh»

 Von der Grundstellung aus geht der HF mit seinem frei bei Fuß folgenden Hund geradeaus. Nach mindestens 10 Schritt hat der Hund auf das Hörzeichen «Steh» sofort stehen zubleiben, ohne dass der HF die Gangart unterbricht oder sich umsieht. Nach weiteren 30 Schritt bleibt der HF stehen und dreht sich sofort dem Hund zu. Auf Anweisung des PR wird der Hund abgeholt. Die Übung ist beendet, nachdem der HF sich neben seinen Hund gestellt, das Hörzeichen «Sitz» gegeben hat und der Hund sich setzt.  

5. Stehen bleiben aus dem Laufschritt (10 Punkte)
Hörzeichen «Steh», «Hier»  

Von der Grundstellung aus läuft der HF mit seinem frei bei Fuß folgenden Hund geradeaus. Nach mindestens 10 Schritt hat der Hund auf das Hörzeichen «Steh» sofort stehen zubleiben, ohne dass der HF die Gangart unterbricht oder sich umsieht. Nach weiteren 30 Schritt bleibt der HF stehen und dreht sich sofort dem Hund zu. Auf Anweisung des PR ist der Hund heranzurufen. Der Hund hat in schneller Gangart heranzukommen und sich dicht vor seinen HF zu setzen. Auf das Hörzeichen «Fuß» hat er sich schnell neben seinen HF zu setzen.

 Ausführungsbestimmungen

Setzt oder legt sich der Hund nach dem Hörzeichen «Steh», sind bis zu 5 Punkte abzuziehen. Nachziehen des Hundes, Umsehen des HF, Langsamwerden beim Herankommen des Hundes sind fehlerhaft.

6. Bringen eines 2 Kilogramm schweren Bringholzes auf ebener Erde (10 Punkte)
Hörzeichen «Bring»

Der frei neben seinem HF sitzende Hund hat auf das einmalige Hörzeichen in schneller Gangart auf das vorher etwa 10 Schritt weit weggeworfene Bringholz zuzulaufen, es sofort aufzunehmen und seinem HF in schneller Gangart zu bringen. Der Hund hat sich dicht vor seinen HF zu setzen und das Bringholz so lange im Fang zu behalten, bis der HF es ihm nach einer kurzen Pause mit dem Hörzeichen «Aus» abnimmt. Auf das Hörzeichen «Fuß» setzt sich der Hund schnell neben seinen HF. Der HF hat so lange in Grundstellung zu verbleiben, bis dem Hund das Bringholz abgenommen wurde und dieser neben seinem HF sitzt.

 Bewertung  

Lässt der Hund das Bringholz fallen, spielt oder knautscht er, so werden hierfür bis zu 4 Punkte abgezogen. Bei Änderung der Grundstellung, wie leichtes Zurückgehen o.a., sind bis zu 3 Punkte abzuziehen. Bringt der Hund nicht, ist die Übung mit 0 Punkten zu bewerten.  

7. Bringen eines 650 Gramm schweren Bringholzes im Freisprung über eine 1 Meter hohe und 1,50 Meter
 
breite Buschhürde (15 Punkte)
 Hörzeichen «Hopp», «Bring»

Der HF stellt sich in angemessener Entfernung vor die Hürde, während der Hund frei neben ihm sitzt. Dann wirft er ein 650 Gramm schweres Bringholz über die Hürde. Auf das Hörzeichen «Hopp», «Bring» hat der Hund im Freisprung, ohne die Hürde zu berühren, darüber zuspringen, das Bring- holz sofort aufzunehmen und sich nach dem Rücksprung dicht vor seinen HF zu setzen und das Bringholz so lange im Fang zu behalten, bis der HF es ihm nach einer kurzen Pause mit dem Hörzeichen «Aus» abnimmt. Auf das Hörzeichen «Fuß» muss sich der Hund schnell neben seinen HF setzen. Das Hörzeichen «Bring» muss gegeben werden, bevor der Hund beim Gegenstand ist.

Bewertung

Für leichtes Streifen können bis 2 Punkte, für starkes Streifen und leichtes Aufsetzen bis 3 Punkte, für starkes Aufsetzen, Fallenlassen des Gegenstandes, Spielen oder Knautschen bis 4 Punkte abgezogen werden.

Sprung einwandfrei und Bringen ohne Fehler

15 P.

Hinsprung ausgeführt, Rücksprung verweigert, Gegenstand einwandfrei gebracht

8 P.

Hinsprung nicht ausgeführt, Rücksprung einwandfrei, Bringholz ohne Fehler gebracht

8 P.

Hin- und Rücksprung ausgeführt, Bringholz nicht gebracht

8 P.

Hin- und Rücksprung nicht ausgeführt, Bringholz gebracht

 0 P.

Hinsprung ausgeführt, ohne Rücksprung, Gegenstand nicht gebracht

0 P.

Falls das vom HF fortgeworfene Bringholz infolge ungeschickten Werfens oder durch starken Seitenwind weit seitlich fällt, steht es dem HF frei, nach vorheriger Befragung des PR, das Bringholz zurückzuholen, um es nochmals zu werfen. Das hat keinen Punktabzug zur Folge. Werden beim Hürdensprung ohne Veränderung des Standortes des HF Hilfen gegeben, hat dies Punktabstrich zur Folge. Verlässt der HF den Standort, um den Hund durch Hilfen zum Sprung zu veranlassen, so sind für den Hin- oder Rücksprung Punkte abzuziehen. Klopfen an die Hürde, womit das Verlassen des Standortes verbunden ist, muss als eine so große Hilfe betrachtet werden, dass der Hin- und Rücksprung nicht gewertet werden kann. Der HF hat so lange in Grundstellung zu bleiben, bis sich der Hund nach dem Abgeben des Gegenstandes auf das Hörzeichen «Fuß» wieder links neben seinen HF gesetzt hat. Alle Hunde haben das gleiche Hindernis zu überspringen, wenn mehrere vorhanden sind.

8. Klettersprung über eine Schrägwand, Höhe 1,80 Meter, Breite 1,50 Meter und Bringen eines dem Hundeführer (HF) gehörenden Gegenstandes (15 Punkte)
Hörzeichen «Hopp», «Bring»

Die Schrägwand besteht aus zwei am oberen Teil verbundenen Kletterwänden von 1,50 m Breite und 1,90 m Höhe. Am unteren Teil, auf dem Boden, stehen diese beiden Wände in einem gewissen Abstand auseinander, so dass die senkrechte Höhe 1,80 m ergibt. An den Wänden sind je 3Steigeleisten von 24/48 mm angebracht. Der HF stellt sich in angemessener Entfernung vor die Kletterwand, während der Hund frei neben ihm sitzt. Neben einem dem HF gehörenden Gegenstand kann er auch ein Bringholz über die Wand werfen. Auf das Hörzeichen «Hopp», «Bring» hat der Hund im Klettersprung darüber zuspringen, den Gegenstand sofort aufzunehmen und sich nach dem Rück- sprung dicht vor seinen HF zu setzen und den Gegenstand so lange im Fang zu behalten, bis der HF ihm diesen nach einer kurzen Pause mit dem Hörzeichen «Aus» abnimmt. Auf das Hörzeichen «Fuß» muss sich der Hund schnell neben seinen HF setzen. Das Hörzeichen «Bring» muss gegeben werden, bevor der Hund beim Gegenstand ist.

Bewertung  

Fallenlassen des Gegenstandes, Spielen oder Knautschen ist fehlerhaft, hierfür werden bis 4 Punkte abgezogen.

 

Sprung einwandfrei und Bringen ohne Fehler

15 P.

Hinsprung ausgeführt, Rücksprung verweigert, Gegenstand fehlerfrei gebracht

8 P.

Hinsprung nicht ausgeführt, Rücksprung einwandfrei, Gegenstand ohne Fehler gebracht

8 P.

Hin- und Rücksprung ausgeführt, Gegenstand nicht gebracht

8 P.

Hin- und Rücksprung nicht ausgeführt, Gegenstand gebracht

0 P.

Hinsprung ausgeführt, ohne Rücksprung, Gegenstand nicht gebracht

 0 P.

Falls der vom HF fortgeworfene Gegenstand infolge ungeschickten Werfens oder durch starken Seitenwind weit seitlich fällt, steht es dem HF frei, nach vorheriger Befragung des PR, den Gegenstand zurückzuholen, um ihn noch- mals zu werfen. Das hat keinen Punktabzug zur Folge. Werden beim Klettersprung ohne Veränderung des Stand- ortes des HF Hilfen gegeben, hat dies Punktabstrich zur Folge. Verlässt der HF den Standort, um den Hund durch Hilfen zum Sprung zu veranlassen, so sind für den Hin- oder Rücksprung Punkte abzuziehen. Klopfen an die Kletterwand, womit das Verlassen des Standortes verbunden ist, muss als eine so große Hilfe betrachtet werden, dass der Hin- und Rücksprung nicht gewertet werden kann. Der HF hat so lange in Grundstellung zu bleiben, bis sich der Hund nach dem Abgeben des Gegenstandes auf das Hörzeichen «Fuß» wieder links neben seinen HF gesetzt hat. Alle Hunde haben das gleiche Hindernis zu überspringen, wenn mehrere vorhanden sind.

9. Voraussenden mit Hinlegen (10 Punkte)
Hörzeichen «Voraus», «Platz», «Sitz»  

Auf Anweisung des PR geht der HF einige Schritte mit seinem frei folgenden Hund in der ihm angewiesenen Richtung geradeaus. Unter gleichzeitigem Erheben des Armes gibt er dem Hund das Hörzeichen «Voraus» und bleibt stehen. Hierauf hat sich der Hund in schneller Gangart mindestens 40 Schritt in der angezeigten Richtung zu entfernen. Auf das Hörzeichen «Platz» hat sich der Hund sofort hinzulegen. Der HF darf den Arm so lange richtungweisend hochhalten, bis sich der Hund gelegt hat. Auf Anweisung des PR holt der HF seinen Hund ab, indem er sich an dessen rechte Seite begibt und das Hörzeichen «Sitz» gibt.

 Ausführungsbestimmungen

Wiederholtes Erheben des Armes ist nicht gestattet. Der Hund hat sich in gerader Richtung zu entfernen, doch ist ein geringes Abweichen nicht fehlerhaft. Starkes seitliches Abweichen, zu kurze Entfernung, zögerndes und vorzeitiges Hinlegen haben Punktabzug zur Folge. Vorzeitiges Aufstehen des Hundes beim Abholen ist fehlerhaft.

 l0. Ablegen des Hundes unter Ablenkung (10 Punkte )
Hörzeichen «Platz», «Sitz»

 Vor Beginn der Unterordnungsleistungen eines anderen Hundes legt der HF seinen Hund in ungefähr 40 Schritt Entfernung ab, und zwar ohne die Führleine oder irgendeinen Gegen- stand bei ihm zu lassen. Nun geht der HF, ohne sich umzusehen, innerhalb des Prüfungsgeländes wenigstens 40 Schritt vom Hund entfernt außer Sicht des Hundes. Auf Anweisung des PR holt der HF seinen Hund ab, indem er sich an dessen rechte Seite begibt und das Hörzeichen «Sitz» gibt.

 Ausführungsbestimmungen  

Der HF hat sich außer Sicht des Hundes so lange ruhig zu verhalten, bis er vom PR aufgefordert wird, den Hund abzuholen. Unruhiges Verhalten des HF sowie andere ver- steckte Hilfen und zu frühes Aufstehen des Hundes beim Abholen sind fehlerhaft. Steht oder sitzt der Hund, bleibt aber am Ablegeplatz, erfolgt eine Teilbewertung. Entfernt sich der Hund vor Vollendung der Übung 5 des vorgeführten Hundes um mehr als 3 m vom Ablegeplatz, so ist die Übung mit 0 Punkten zu bewerten. Verlässt der Hund nach Übung 5 den Platz, erhält er eine Teilbewertung. Kommt der Hund dem HF beim Abholen entgegen, erfolgt ein Abzug bis zu 3 Punkten.

 Abteilung C: Schutzdienst

Höchstpunktzahl 100

1. Revieren nach dem Helfer (10 Punkte)  

Auf einem Gelände von etwa 100 m Länge und etwa 80 m Breite sind an den Längsseiten 6 Verstecke, je 3 Verstecke auf jeder Seite, gestaffelt aufgestellt. Ein Schutzhelfer (SH), mit komplettem Schutzanzug, Schutzarm und Softstock, befindet sich, für den Hund (Hd) nicht sichtbar im letzten Versteck. Der Hundeführer (HF) nimmt mit seinem neben ihm frei bei Fuß sitzenden Hund auf der gedachten Mittellinie in der Höhe des ersten Versteckes, Aufstellung. Durch Hochhalten eines Armes signalisiert er seine Bereitschaft zum Beginn der Arbeit. Auf Anweisung des Prüfungsrichters (PR) beginnt der HF mit der Schutzarbeit. Auf kurze Hör- und Sichtzeichen mit dem rechten oder linken Arm, welche wiederholt werden können, muss sich der Hd schnell vom HF lösen und die Verstecke der Reihe nach an- und umlaufen. Der HF bewegt sich auf einer gedachten Mittellinie, die er während dem Revieren nach dem SH nicht verlassen darf. Hat der Hd einen Seitenschlag ausgeführt, kann der HF ihn mit einem kurzen Hörzeichen zu sich heranrufen und aus der Bewegung heraus mit erneutem, kurzem Hörzeichen in eine andere Richtung einweisen. Das Hörzeichen für den Rückruf des Hd kann mit dem Rufnamen des Hd verbunden werden. Der Hd muss sich immer vor dem HF befinden. Wenn der Hd das letzte Versteck erreicht hat, bleibt der HF stehen, Hörzeichen sind dann nicht mehr erlaubt.

2. Stellen und Verbellen (5 + 5 = 10 Punkte)  

Der Hd muss den SH aufmerksam stellen und anhaltend verbellen. Der Hd darf den SH weder anspringen, noch fassen. Auf Anweisung des PR geht der HF zu seinem Hd. Auf erneute Anweisung des PR hat sich der HF mit seinem Hd auf eine Distanz von 1 Schritt zum SH neu in der Grundstellung zu positionieren. Der HF fordert nun den SH auf, 5 Schritte aus dem Versteck herauszutreten.

3. Fluchtversuch des Helfers (15 Punkte)  

Auf Anweisung des PR tritt der HF mit seinem frei bei Fuß folgenden Hd aus dem Versteck, begibt sich auf 5 Schritte Entfernung zum SH, lässt seinen bewachenden Hd in Sitzstellung zurück und begibt sich erneut zum Versteck. Auf Anweisung des PR unternimmt der SH einen Fluchtversuch. Auf ein Hörzeichen des HF muss der HD gleichzeitig und ohne zu zögern den Fluchtversuch des SH durch energisches und kräftiges Zufassen vereiteln. Auf Anweisung des PR steht der SH still. Der Hd muss auf ein einmaliges Hörzeichen ablassen und den SH dicht und aufmerksam bewachen.  

4. Abwehr des Hundes aus der Bewachungsphase (15 Punkte)

Nach einer Bewachungsphase von etwa 5 Sekunden unternimmt der SH auf Anweisung des PR einen Angriff auf den Hd. Ohne Einwirkung des HF und ohne zu zögern muss sich der Hd durch energisches und kräftiges Zufassen verteidigen. Hat der Hd zugefasst, sind ihm 2 Schläge zu verabfolgen. Es sind Schläge auf Keulen, Seitenteile und den Bereich des Widerristes zugelassen. Auf Anweisung des PR steht der SH still. Der Hund muss auf ein einmaliges kurzes Hörzeichen ablassen und den SH dicht und aufmerksam bewachen. Hierauf tritt der HF zu seinem Hd und stellt sich zum Rückentransport auf. Der Stock wird dem SH nicht abgenommen; er ist aber vom SH so zu tragen, dass der Hd ihn bis zur Übung 6 nicht sehen kann.

 5. Rückentransport (5 Punkte)

 Anschließend erfolgt ein Rückentransport des SH über etwa 30 Schritte Distanz. Der HF fordert den SH auf voranzugehen und geht mit seinem Hd bei Fuß in einem Abstand von 5 Schritten hinter dem SH nach. Ein kurzes Hörzeichen beim Angehen ist erlaubt.

 6. Überfall auf den Hund aus dem Rückentransport (15 Punkte)

 Aus dem Rückentransport erfolgt, ohne anzuhalten, ein Überfall auf den Hd. Ohne Einwirkung des HF und ohne zu zögern muss sich der Hd durch energisches und kräftiges Zufassen verteidigen. Hat der Hd den Griff gesetzt, muss der HF am momentanen Standort stehen bleiben. Auf Anweisung des PR steht der SH still. Der Hd muss auf ein einmaliges kurzes Hörzeichen ablassen und den SH dicht und aufmerksam bewachen. Auf Anweisung des PR begibt sich der HF zu seinem Hd, nimmt dem SH den Stock und stellt sich zum Seitentransport auf. Es erfolgt ein Seitentransport des SH zum PR über eine Distanz von etwa 20 Schritten. Ein kurzes Hörzeichen beim Angehen ist erlaubt. Der HF hat an der rechten Seite des SH zu gehen, so dass der Hd zwischen dem HF und dem SH ist. Der Hd darf während des Transportes den SH weder anspringen, noch fassen. Vor dem PR hält die Gruppe an, der HF übergibt dem PR den Stock. Der SH verlässt den Platz oder begibt sich ins 6. Versteck.

7. Angriff auf den Hund aus der Bewegung (15 Punkte)  

Der HF mit seinem Hd wird in die Mitte des Platzes, etwa auf der Höhe des dritten Versteckes eingewiesen. Der Hd muss frei neben seinem HF sitzen. Auf Anweisung des PR tritt der mit einem Stock versehene SH im Laufschritt aus dem 6. Versteck und läuft bis zur Mittellinie. Auf der Höhe der Mittellinie dreht sich der SH zum HF, ohne seine Gangart zu unterbrechen. Sobald sich der SH auf etwa 30 Schritte dem HF und seinem noch immer frei bei Fuß sitzenden Hd genähert hat, gibt der HF auf Anweisung des PR seinen Hd frei. Der HF selbst darf seinen Platz nicht verlassen. Der SH greift den Hd unter Abgabe von Vertreibungslauten und heftig drohenden Bewegungen frontal an. Der Hd muss ohne zu zögern durch energisches und kräftiges Zufassen den Angriff abwehren. Auf Anweisung des PR steht der SH still. Der Hd muss auf ein einmaliges kurzes Hörzeichen ablassen und den SH dicht und aufmerksam bewachen. y

8. Abwehr des Hundes aus der Bewachungsphase (15 Punkte)

Nach einer Bewachungsphase von etwa 5 Sekunden greift der SH auf Anweisung des PR den Hd erneut an. Ohne Einwirkung des HF und ohne zu zögern muss sich der Hd durch energisches und kräftiges Zufassen verteidigen. Hat der Hd zugefasst, sind ihm 2 Schläge zu verabfolgen. Es sind Schläge auf Keulen, Seitenteile und den Bereich des Widerristes zugelassen. Auf Anweisung des PR steht der SH still. Der Hd muss auf ein einmaliges kurzes Hörzeichen ablassen und den SH dicht und aufmerksam bewachen. Auf Anweisung des PR begibt sich der HF zu seinem Hd, nimmt dem SH den Stock ab und stellt sich zum Seitentransport auf. Es erfolgt ein Seitentransport des SH zum PR über eine Distanz von etwa 20 Schritten. Ein kurzes Hörzeichen beim Angehen ist erlaubt. Der HF hat an der rechten Seite des SH zu gehen, so dass der Hd zwischen dem HF und dem SH ist. Der Hd darf während des Transportes den SH weder anspringen noch fassen. Vor dem PR hält die Gruppe an, der HF übergibt dem PR den Stock. Der SH verlässt den Platz. Zur und während der Bekanntgabe der Bewertung muss der Hd frei geführt werden bzw. frei sitzen. Nach der Bewertungsbekanntgabe verlässt der HF mit seinem frei folgenden Hd den Platz.

Ausführungsbestimmungen

Der SH muss einen kompletten Schutzarbeitsanzug tragen (Jacke, Hose und Schutzarm). Es darf nur ein mit einem weichen Material überzogener Stock (Softstock) verwendet werden. Ab 6 Hunden müssen zwei SH eingesetzt werden. Der zweite SH wird ab Übung 7 eingesetzt. Das aufmerksame, enge Umkreisen des SH auch im Ver- steck, ist nicht fehlerhaft. Setzt der Hd in Übung 3 dem SH vor oder ohne Hörzeichen des HF nach, wird die Übung mit Mangelhaft bewertet. Verlässt der Hd in Übung 7 seinen Standort vor der Anweisung des PR, wird die Übung mit Mangelhaft bewertet Lässt der Hd in den Beißphasen nach dreimaligem kurzem Hörzeichen nicht ab, wird die Übung mit Mangelhaft bewertet. Lässt der Hd nach einem weiteren Hörzeichen, welches auf Anweisung des PR aus einer Entfernung von 10 Schritten gegeben werden kann, nicht ab, wird die Schutzarbeit abgebrochen. Wenn es für den SH erforderlich ist, den Hd im Auge zu behalten, braucht er nicht unbedingt still zu stehen. Er darf aber keine drohende Haltung einnehmen; auch darf er keine Abwehrbewegungen machen. Er muss mit dem Schutzarm seinen Körper abdecken. Die Schutzarbeit wird abgebrochen und kann nicht bestanden werden wenn:

  •  - der Hd nicht in der Hand des HF ist;

  •  - der Hd auch beim 4. Hörzeichen inkl. dem Erlaubten nicht ablässt;

  •  - der Hd durch manuelle Einwirkung des HF zum Ablassen gebracht wird;

  •  - der Hd bei einer Angriffsübung versagt oder sich verdrängen lässt (inkl. Fluchtversuch);

  • - der Hd in den Bewachungsphasen den SH angreift und beisst.

Das Bellen des Hd ist nur am Versteck und in den Bewachungsphasen gestattet.